Wenn der Storch sich Zeit lässt

Es beginnt mit kleinen Zeichen: zwei Striche auf dem Schwangerschaftstest oder das Lächeln des Arztes/der Ärztin, wenn er/sie beim Ultraschall auf einen kleinen Fleck auf dem Bildschirm deutet: „Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen Nachwuchs!“ Paare mit Kinderwunsch wollen nichts mehr, als endlich diese erlösenden Worte zu hören und dann in Vorfreude die intensive Zeit der Schwangerschaft zu erleben. Lässt die frohe Botschaft jedoch auf sich warten, wird der Gang zum Gynäkologen schnell zur Nervenprobe. Meist fangen Paare dann an, Wege zu erkunden, wie man der Natur auf die Sprünge helfen kann. Das kann auch mal bedeuten, dass Sex nach Terminplan stattfinden muss oder dass Frauen plötzlich esoterische Objekte im Schlafzimmer aufhängen oder übelriechende Tinkturen zu sich nehmen. Die Erfahrung von Ärzten zeigt, dass, je länger der Weg zur Schwangerschaft sich hinzieht, desto stärker das Baby im Laufe der zeit herbeigewünscht wird. Damit der intensive Kinderwunsch nicht zur Belastung für die Partnerschaft wird, sollten Paare sich frühzeitig auf mögliche Ursachen untersuchen lassen, um medizinische oder genetische Vorbelastungen auszuschließen. Sport und gesunde Ernährung von Mann UND Frau können die Befruchtung beschleunigen und wirken sich außerdem später in der Schwangerschaft positiv aus. Auch Entspannung ist ein wichtiger Faktor. Stress, hohe Arbeitsbelastung, eine ungesunde Lebensweise und eine zu starke Konzentration auf das Ergebnis können bewirken, dass der Körper nicht mitspielen mag.

Kindersegen mit professioneller Hilfe

Die meisten Paare müssen mehrere Monate probieren, bis es zu einer Schwangerschaft kommt. Sollte doch auch nach längerer Zeit der gewünschte Nachwuchs nicht ankündigen oder stellt der Arzt Gründe fest, die eine Befruchtung erschweren oder unmöglich machen, gibt es dennoch Hoffnung. Dank modernster wissenschaftlicher Forschung im In- und Ausland gibt es mittlerweile zahlreiche Methoden, dem Kinderwunsch nachzuhelfen. Durch Hormonbehandlung kann beispielsweise die Produktion befruchtungsfähiger Eizellen bei der Frau stimuliert werden. Eine Alternative ist die In-Vitro-Maturation, bei der Eizellen den Eierstöcken entnommen werden, in der Petrischale befruchtet und schließlich wieder in die Gebärmutter eingesetzt werden. Eine Spermieninjektion kann Abhilfe schaffen, wenn die Spermien des Mannes aus eigener Kraft den Weg zur Eizelle nicht schaffen. Dank dieser Verfahren wurden schon unzählige heterosexuelle Paare, aber auch Singles und homosexuelle Lebenspartner zu glückliche Eltern.